Geschichte:

Die Zirkumzision  ist die teilweise oder vollständige Entfernung der männlichen Vorhaut.  Gründe sind medizinischen Indikationen sowie kultureller Natur.  Die Zirkumzision stellt den weltweit am häufigsten durchgeführten chirurgischen Eingriff dar (ca. 25 bis 33 Prozent der männlichen Weltbevölkerung sind beschnitten).

Die älteste bekannte Darstellung einer Beschneidung ist ein ägyptisches Relief aus dem Jahr 2420 v. Chr. Hier wurde die Schlange (ein unsterbliches Tier, weil sie ihre Haut abwerfen und sich damit immer wieder erneuern konnte) symbolisch imitiert und somit wird die menschliche Seele unsterblich. Diese kulturhistorischer Aspekt wirkt heute noch.

Anhand der Biebel ist die Beschneidung unter den Israeliten von ihrem  Stammvater Abraham eingeführt worden, derauf etwa 1800–1600 v. Chr. datiert wird.

Der Prophet Mohammed kam laut einer Überlieferung ohne oder zumindest mit einer sehr kurzen Vorhaut zur Welt. Dem bereits vor-islamischen Brauch auf der arabischen Halbinsel entsprechend, wird die Beschneidung heute noch bei Muslimen als ein Zeichen der Religionszugehörigkeit im Kindesalter – bis zum Alter von 13 Jahren – durchgeführt. Oft ist dieses Ereignis ein großes Familienfest.

Neuzeit: Im viktorianische England  fand die chirurgische Methode dagegen vor allem bei der Oberschicht breite Zustimmung. Durch das britische Imperium (Commonwealth) verbreitete sich die Beschneidung schließlich auch in anderen Ländern, wie den USA, Kanada, Australien, Neuseeland, Südafrika und Indien.

Gegenwart: In den USA wurden im Jahr 2005 landesweit 56 % der männlichen Neugeborenen vor der Entlassung aus der Klinik beschnitten.

Medizinische Indikation (Notwendigkeit) zur Zirkumzision besteht bei:

narbigen Phimosen (Vorhautverengung), nach ausgedehnten Balanopostitiden(Vorhautentzündung), bei einer Lichen sclerosus et atrophicus (chronisch-entzündliche Erkrankung der Vorhaut), Karzinomen.